Gestern tobte eine Mischung aus Lach- und Zorneswellen durch die Buchbranchennahen Teile des Webs. Ursache: die Kollegen von Carlsen hatten arglos einen “Conni“-Band aufgelegt (fast jeder mit Nachwuchs stolpert irgendwann zwangsläufig über diese Buchreihe), in dem nicht gewaltverherrlichende oder sexistische Inhalte für buchhändlerische Wallungen sorgten, sondern die Tatsache, dass die Protagonistin hier einen Amazon-Gutschein bekommt und sich dann auch noch erdreistet, sich darüber zu freuen. Weiterlesen →
Der Tod des Universalgelehrten – zielgerichteter Mikrocontent als Allheilmittel?
Zielgruppengerechter Content – als Allheilmittel und Mantra der Medienbranche unwidersprochen. Aber kann man das einseitige Spiel mit dem granulieren und mundgerechten Zuschneiden von Inhalten vielleicht auch übertreiben? Ist das Erfüllen des vermeintlichen Nutzerwunschs, der vorauseilende Leserwunschgehorsam vielleicht auch übertreiben? Some thoughts… Weiterlesen →
BWN und BILN – dabei hab ich doch erst BYOD verstanden!
Eins kann die digitale Branche perfekt: coole Buzzwords erfinden. Und wehe, man gibt sich als jemand zu erkennen, der nichts mit diesen anfangen kann – da wird ein Insider schnell zum läppischen, nichtsahnenden Outsider. Mein persönlicher Liebling ist ja immer das kleine Wörtchen “KPI” – wer sich auf Veranstaltungen rund um SocialMedia traut, nach dessen Definition zu fragen, verdient meinen Respekt. Zumal etwa 98% aller anderen Anwesenden das auch nicht wissen, sich aber nicht getraut haben, danach zu fragen, sondern mit wissenden Mienen weiterdösen. Es reicht ja, wenn der Vortragende so tut, als wisse er, wovon er rede. Weiterlesen →
Der Schlachtruf des Marketing-Soldaten (Infografik)
Inspiriert von der Fantasy-Reihe “Game of Thrones”, die weltweit enormen Erfolg feiert (und damit wohl auch bei Infografik-Designern) hat Pardot, ein amerikanischer CRM-Marketing-Tool-Anbieter den ewigen Kampf zwischen Verkauf und Marketing nett illustriert. Und zwar, indem er die einzelnen Player innerhalb eines Unternehmens sogenannten “Häusern” nach dem GoT-Muster zuordnet, denn “with different goals, motivations, and tools, aligning your company’s sales and marketing departments can be a daily challenge. With each staking their claim to different areas of the business process, it can be hard to find any common ground with which to bring them together. However, when sales and marketing work together to generate leads, nurture relationships, and close deals, a company can thrive. There is a lot at stake in this struggle!”. So erklären sich auch der divergierende “Battle Cry”, im Verkauf (“Let me tell you a little bit about our product!”) und im Marketing (“We had a great clickthrough rate on last weeks camapign!”). Aber was hier so putzig verpackt daherkommt zeigt dann doch recht eindringlich die tiefliegenden Konflikte zwischen Verkauf und Marketing. Andere Leute schreiben Bücher darüber, die Leute von Pardot machen eine lustige Infografik daraus…
Interaktive E-Books: Workflow (Infografik)
Aptara, amerikanischer Technickspezialist für E-Books und Apps (und inzwischen auch Marktstudien und -daten) hat eine interessante Flussdiagramm (neudeutsch: Infografik) zum Thema “Wie erstelle ich eigentlich interaktive E-Books?” publiziert. Interessant natürlich aufgrund der inhärenten Abläufe, interessant aber auch wegen der einzelnen Prozeß-Schritte, die mehr einem Software-Design-Prozeß als den heute gebräuchlichen Abläufen in Verlagen (auch gerade bei der Erstellung solcher interkativer E-Books) ähneln. Eigentlich konzentrieren wir uns doch gerade einmal auf den ersten Schritt (“Scope and organize content for digial layout”), Storyboards und ähnliche Verfahren sind bei printorientierten Vorgehensweisen eher ungebräuchlich – aber vielleicht schaffen wir ja eines Tages den Sprung aus der Linearität. Weiterlesen →
Der richtige E-Book-Preis oder: die ewige Suche nach dem digitalen Gral
Jeremy Greenfield, Editorial Director von Digital Book World, hat sich in einem Artikel auf Forbes.com unter dem Titel “Is $8.00 Too Much for an Ebook?” Gedanken zur Preisentwicklung der US-amerikanischen E-Books gemacht, basierend auf einer tiefergehenden Analyse auf der Grundlage der Zahlen von Iobyte Solutions, die relevante Marktzahlen aufbereiten.
Ungeachtete der Detailbewertung lässt sich ganz klar ein Abwärtstrend identifizieren, der sich irgendwo unterhalb der Marke von 8 Dollar stabilisiert. Grundlage der Titel ist das Ranking der Top-25-E-Book-Titel von dbw. Weiterlesen →
Gedichtautomaten und Steampunk-Lesungen – von vielen unbeachtet hat sich auf Second Life eine spannende Kulturszene entwickelt
Vor einiger Zeit gab es auf Google+ eine spannende Diskussion zu Literaturthemen und Second Life. Zur Überraschung der Diskussionsteilnehmer aber hat sich in diesem angeblich im Todeskampf liegenden sozialen Netzwerk, über das nach dem ersten Hype heute kaum noch jemand spricht, eine bunte Szene entwickelt. Kollegin Wibke Ladwig hat sich der Sache angenommen und ein ausführliches Interview mit Burkhard Tomm-Bub, der auf Second Life “in caritativer, literarischer und kultureller Hinsicht aktiv” ist. Weiterlesen →
Ein Autor im Pyjama oder: Mini-Marken und der beginnende Kampf zwischen Autoren- und Verlagsmarke
Sebastian Fitzek ist selbst für Nicht-Krimi-Freunde inzwischen eine bekannte Größe, eine Marke. Der Verlag hinter dem Autor, Droemer Knaur, hat auf der Leipziger Buchmesse dessen Bekanntheit Rechnung getragen in Form eines eigenen Stands. Und Fitzek wäre nicht Fitzek, wenn er darum nicht virale Aktionen starten und seine Fan-Gemeinde aktivieren würde, etwa, indem er eine Lesung verloste unter all jenen, die dort im Pyjama erscheinen würden. Ob nun wirklich sehr viele im Schlaf-Outfit erschienen sind ist dem Schreiber dieser Zeilen nicht bekannt – kolportiert wurde aber ein endloses Gedränge und Geschiebe vor Ort. Das Ziel der Fan-Aktivierung dürfte also erreicht worden sein (auf Facebook sprechen wir von fast 50.000 Fans – welcher Verlag kann das vorweisen?). Und dem umtriebigen Autor sei es auch gegönnt.
Aber warum bleibt dann verlagsseitig ein bitterer Nachgeschmack? Vielleicht, weil ein Verlag hofft, die Autorenmarke möge positiv auf die eigene einwirken? Ist ja, bis auf die digitale Komponente der Marke, nichts Neues, möchte man meinen – Star-Autoren gab es schon immer. Weiterlesen →
Die BRAVO auf dem Sterbebett? Zeitschriftenumsätze 2012 in der Analyse
Letzte Woche hatte MEEDIA sein Umsatzranking der Zeitschriften-Top 50 für 2012 vorgestellt, errechnet aus Brutto-Vertriebs und -Werbeumsätzen*. Das Ergebnis ist ein sattes Minus von 135 Mio. Euro bzw. 3,6% weniger als im Vorjahr.
Am Schlimmsten erwischt hat es die gute alte BRAVO (gibt es eigentlich den Dr. Sommer noch?) mit einem Minus von 15%. Ob hier das grundsätzliche Problem der Medienform Papier-Zeitschrift in digitalen Zeiten verstärkt auf eine hochmobile Onliner-Generation trifft? Weiterlesen →
Die Google-Brille (Infografik)
Wer als Jugendlicher von Geordi La Forge und seinem Vizor in Star Trek Next Generation schon fasziniert war der kann gar nicht anders als das Projekt Google Glass extrem spannend zu finden. Aber es geht nicht nur um optische Erweiterungen, sondern um eine Informationsanreicherung unserer Umwelt-Rezeption in ungeahntem Umfang. Und mit noch nicht abzusehenden Implikationen.
Wie aber funktioniert Google Glass eigentlich technisch? Dem ging Martin Missfeldt in nachfolgender Infografik auf den Grund. Weiterlesen →