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Legitime Bitte oder Verzweiflung? Die AdBlocker-Aktion großer Medienhäuser | Meier-meint.de
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Legitime Bitte oder Verzweiflung? Die AdBlocker-Aktion großer Medienhäuser

STOP ALL WAYLetzte Woche rief die Anti-AdBlocker-Aktion großer Medienhäuser bzw -angebote wie Spiegel Online, sueddeutsche.de, faz.net, zeit.de und golem.de große Empörung in der Blogosphäre hervor.

Hintergrund war die Bitte, keine technischen Maßnahmen (also AdBlocker-Software) einzusetzen, die auf den Websites eingesetzte Anzeigenbanner unterdrückt. Spiegel Online dazu: „Gegenwärtig verweigern etliche Nutzer Nachrichtenseiten wie SPIEGEL ONLINE ihre wichtigste Einnahmequelle: die Anzeigen. Adblocker verhindern bei rund 25 Prozent aller Seitenaufrufe, dass Werbung ausgeliefert wird.“ Argumentiert wurde mit der Erhaltung und dem Ausbau der „Qualität und Vielfalt unserer Berichterstattung“. Gefolgt von einer sehr langen, detaillierten Anleitung, wie man AdBlocker abschalten könne.

Auch wenn andere Medien etwas ausführlicher in ihrer Argumentation waren – der Ärger ließ nicht lange auf sich warten, und zwar in Form vieler, teils auch sehr polemischer Blogbeiträge. Die Argumentation war dabei so diffus wie vielschichtig, aber im Kern ging es darum, dass man sich von dieser Werbeform belästigt fühle und den Teufel tun werde, AdBlocker abzuschalten.

Einige wenigen waren dabei, die sich um eine etwas differenziertere Betrachtungsweise bemühten, etwa Martin Weigert auf netzwertig.com, der durchaus ein legitimes Finanzierungsinteresse der Verlage sah: „Mir fällt kaum ein legitimeres Anliegen ein. Für kostenfreie, werbefinanzierte Inhalte ist es in der Tat erforderlich, dass ein größtmögliche Zahl der Anwender auch tatsächlich mit den Anzeigen erreicht wird.“

Aber auch er kam nicht umhin zu konstatieren: „Onlinewerbung ist häufig nicht schön, aber sie ist nicht so unerträglich, dass man gegen sie auf die Barrikaden gehen müsste.“

Was macht Online-Werbung schön?

Schon in Print finden Anzeigen nicht immer unser Wohlwollen, zumal wenn man den Eindruck hat, das gegen Penunzen ergatterte Heft sei auch noch zur Hälfte mit Anzeigen vollgestopft. Ein notwendiges Übel sozusagen.

Wo man in Print aber quasi wehrlos ist, gibt es im Digitalen durchaus Möglichkeiten des Widerstands, respektive der (Werbe-)Unterdrückung. Und zwar nicht nur durch AbBlocker, sondern auch durch neue Formen der medienrezeption (Feeds) oder Tools wie Reeder, die Inhalte komplett von nicht dazugehörigen Bestandteilen säubern, um unterbrechungsfreies Lesen zu gewährleisten.

Und auch die Argumentation, durch Targeting besser auf den Nutzer abgestimmte Werbung sei sogar Mehrwert scheitert oft an datenschutzrechtlichen Bedenken. Durchaus zu Recht, möchte man hinzufügen.

Aber ausser Reichweitenvermarktung bleibt Verlagen nicht mehr viel an Möglichkeiten der Monetarisierung, entweder mühsam-pusselige Mischmodelle oder knallhart die Paywall. Diese ist zwar ehrlich, aber fast noch unbeliebter als blinkende Banner (sollte nicht in den nächsten Jahren auf Anbieter- wie Nutzerseite ein Umdenken stattfinden, eine der derzeitigen Gretchenfragen der Medienbranche).

Also: kann man schönere Online-Werbung machen? Ich denke nein – da es sich hier um einen inhärenten Widerspruch handelt, jedenfalls in der Form, wie Online-Werbung heutzutage praktiziert wird.

Sie funktioniert dort, wo der Nutzer eingebunden wird, ihm wirklich Interessantes zum Verweilen, Klicken, Mitmachen angeboten werden (und damit meine ich nicht diese sinnentleerten Gewinnspiele, diese Krankheit des Webs für die Geiz-ist-Geil-Surfer). Dieses Interesse entspinnt sich, wo schlüssige Geschichten erzählt werden, oft über Banner, Texte, Videos, in denen man sich wiedererkennt und/oder gut unterhalten wird. Oder sogar informiert.

Aber Online-Werbung funktioniert nicht dort, wo Rudis digitale Resterampe auch noch das letzte Pixel zum Blinken bringt.

Insofern sollte sich die Kreativ-Branche vielleicht eher Gedanken darüber machen, was Kreativität auch in der Werbung wirklich ist statt hilflos wirkende, wenn auch verständliche Bettel-Appelle an ihre Nutzer zu richten.

Bildquelle: Flickr Peter Kaminski
Google

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Meier,

    das, was mich an den Werbe-anzeigen stört, ist nicht nur das von Ihnen beschriebene sondern vor allem die manchmal extrem langsamen Ladezeiten der Seiten, die ich eigentlich lesen will. Die Werbung ist längst vollständig anwesend, der Artikel oder die Bilderserie… noch laaannnnge nicht.. gähn. was wollte ich hier eigentlich? Ach, Adblocker 🙂

    Nutze keinen Adblocker bei bestimmten Zeitungen, bin nur oft nahe dran ihn doch auch dort einzuschalten…

  2. Ich finde ein erster Schritt könnte sein, sich umzusehen auf internationalen Seiten. Es gibt durchaus Webseiten, die ihre Anzeigen „schön“ unterbringen, soll sogar Auftritte geben die Zeit ihrer Designer dafür hergeben, Anzeigen angemessen ins Gesamtbild einzufügen.

    Dagegen wird man auf vielen deutschen Seiten von einer Übermacht Popups und ähnlichen Unsitten vergrault, oder die Anzeigen schreien einem ablenkenderweise ins Gesicht.

    Ich lese viel aus der Gamingbranche und habe mich bereits vor 2 Jahren von deutschen Seiten verabschiedet. Gerade in diesem Sektor hat die Werbung abnorme Belästigungslevel in Deutschland erreicht.

    Klar, Werbung muss Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber nicht zu dem Preis den Besucher zu vergraulen. Langfristig reicht die Werbung wohl ohnehin nicht zur Finanzierung. Eine Alternative die auf breite Akzeptanz stößt hat wohl auch noch keiner gefunden – aber nur die Suche nach ihr kann das wahre Ziel sein.
    Hoffentlich komme ich selbst auf die Idee, ich dürfte dann ziemlich reich werden… ok aufhören mit Träumen…

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