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Social Media und die Grenzen offener Kommunikation – ein paar ganz persönliche Gedanken | Meier-meint.de
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Social Media und die Grenzen offener Kommunikation – ein paar ganz persönliche Gedanken

Haarerauf

Kontroverse Auseinandersetzungen und Meinungen gibt es allenthalben, auch im Bereich der Fachinformationen und -medien. Früher hatte dies oft den Charakter einer intimen Verbandsstreiterei, kaum wahrgenommen ausserhalb informierter Zirkel – heute werden diese Auseinandersetzungen durch das Internet und Social Media-Mechanismen viel schneller und breiter gestreut an die Öffentlichkeit getragen. Was aber, wenn nun zwei Meinungen sich gegenüberstehen und ein Fachverlag sich genau in der Mitte befindet? Vermitteln? Schweigen? Totstellen? Sich auf eine Seite schlagen (zB auf die des potentiellen Anzeigenkunden)?

Ganz konkret hierzu ein aktueller Fall: Wir haben auf unseren Websites ganz pauschal bei Autorenportraits auch Links zu deren Websites, Blogs, etc. Über einen dieser Links kam nun eine Fach-Organisation auf eine Autorenwebsite, die eine der Organisation sehr zuwiderlaufende Meinung zu einem Thema kundtat (man möge mir verzeihen, dass ich hier nicht konkreter werde, tut aber im Kern auch nichts zur Sache).

Prompt traf eine E-Mail der Presseabteilung ein, ob wir denn wüßten, was der Autor auf seinem Blog veröffentlichen würden und ob wir diesen Link wirklich stehen lassen wollten. Meine erste Reaktion war, dies abzulehnen – alles andere hätte einen Dammbruch bedeutet, denn wo wollten wir in Zukunft anfangen und aufhören, wie und warum selektieren? Völlig zu recht hätte man uns dann Zensur vorgeworfen.

Spontan boten wir der Organisation an, als Plattform zu agieren (ich dachte da konkret über Facebook nach, da es die besten Kommentierungsfunktionen bietet). Beide Parteien könnten dann ihre Argumente vorbringen.

Nach längerem Überlegen (was ich an sich schon positiv fand) wurde dies von der Organisation aber abgelehnt, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Eine sachliche Auseinandersetzung sei mit dem Autor nicht möglich, wenn man sich dessen Blogbeiträge anschaue, Meinung und Thema seien zu „extremistisch“
2. Die Gefahr einer inhaltlichen Eskalation sei zu groß
3. Man würde hier eine deutlich größere öffentliche Wahrnehmung der Autorenmeinung schaffen, die man so nicht wolle

Ehrlich gesagt, fand ich dies teilweise aus Sicht der Organisation völlig nachvollziehbar.

Wir reden im Kontext Social Media immer über Transparenz, offene Kommunikation. Aber permanent mit schön theoretischen Fallbeispielen. Oft genug mit einem wir-haben-uns-ja-eigentlich-alle-lieb-Unterton. Wir können ja immer schön auf der sachlichen Ebene bleiben. So weit, so schön, so praxisfern.

Aber was, wenn dies schiefgeht? Wenn ein neutraler „Vermittler“ auf einmal eine Plattform schafft, die eskaliert. Unter Umständen schlägt das Ganze auch noch negativ auf den Initiator der Plattform zurück. Und dann kann Offenheut und Transparenz ganz schnell zu einem Gefahrgut werden…

15 Kommentare

  1. Die Vorstellung, dass man durch das Setzen eines Links das unterstützt, was verlinkt ist, halte ich für ziemlich engstirnig. Als Leser würde ich den Link als Service verstehen, der mir das Googlen nach dem Autoren erspart.

  2. @Michael Der Organisation ist auch klar, dass wir mit dem Setzen eines solchen Links nicht eine bestimmte Sache unterstützen, sondern ein Service ist – aber eben ein Service, der Öffentlichkeit schafft. Das war/ist das Problem. Es gab auch keine massive Einflußnahme auf uns – da wäre ich dann auch kompetent genug gewesen, das in Bausch und Bogen abzulehnen ;-)@Sascha Vielleicht versteh ich das jetzt auch nicht richtig. Natürlich verlegen wir Bücher des Autors (eins, um genau zu sein). In diesem Buch geht es aber thematisch um eine ganz andere Sache als die obige.

  3. Hallo,der Vorwurf der „Zensur” ist ebenso vorhersagbar wie unwahr. Zensur bedeutet, wenn (staatliche) Stellen anderen verbieten, Inhalte zu verbreiten. Wenn man auf seiner eigenen Plattform Inhalte nicht veröffentlicht ist das was ganz anderes.Ich denke, auch als Unternehmen kann man einen Standpunkt einnehmen: Die Bahn macht das gerade beim Thema „Städtebau“ vor, aber das ist eine andere Geschichte, insofern halte ich das Festhalten an der Verlinkung ebenso wie ihre Löschung für vertretbar.Ihr habt den Autor verlegt, insofern könnt Ihr auch auf seine Website verlinken. Geht er Euch aber dort zu weit, ist die Frage, ob seine Meinung zumindest vertretbar ist oder nicht. Handelt es sich um einen wissenschaftlichen Streit oder um Grundwerte zu Gemeinschaftsordnung? Solch eine Frage kann man nur im Einzelfall entscheiden. Man muss sie dann gut begründen können. „Theoretisch“, d.h. ohne Kenntnis des Einzelfalls sind beide Alternativen denkbar.GrüßeThomas

  4. Die Frage, die ich mir stelle, ist, was Ihr als Verlag gewinnen würdet, wenn Ihr die Mediatorenrolle zwischen zwei Akteuren übernähmt. Klingt erstmal nach einer guten Service-Idee, aber ich sehe auch die Gefahr, daß Ihr letztlich als die Dummen da steht, wenn sich zwei Eurer Kunden in die Haare bekommen. Öffentlich. Unter Mobilisierung ihrer jeweiligen Gefolgschaft. Ich denke, wir (die Social Media leben) wünschen uns Offenheit und Transparenz und können die Bedeutung dieser beiden Werte nicht oft genug betonen. Allerdings zeigt ein Blick in viele Diskussionen in Sozialen Netzwerken oder Foren, daß dies in der Praxis alles andere als einfach ist. Da läuft rasch was aus dem Ruder, Missverständnisse verhindern Verständnis, Argumente werden persönlich genommen, Menschen reden sich in unbegreiflichen Wahn hinein. Es braucht eine aufmerksame und strenge Moderation. Könnt und wollt Ihr das leisten? Mit welchem Gewinn? Einer der Kunden wäre möglicherweise schnell beleidigt, wenn die Diskussion in eine andere Richtung als gewünscht laufen würde und würde dies vielleicht Euch anlasten – als Initiator.Es spricht ja nichts dagegen, sozusagen beratend beiden Kunden (Anzeigenkunde und Autor) Möglichkeiten aufzuzeigen, die Unstimmigkeiten im Netz (oder vielleicht ja auch bei einem realen, evtl. öffentlichen Treffen) zu diskutieren. Wäre möglicherweise ein spannendes Thema für ein Interview, in dem beide Parteien ihre Position darlegen können. Zur Organisation verlinkt Ihr sicher bereits, oder? Ich pflichte Michael Müller bei, daß Ihr ja keine inhaltliche Haftung für Links auf fremde Seiten übernehmt. Aber ich kenne die aufgeregten Anrufe aus eigener Erfahrung, da die verlinkten Seiten oftmals als Erweiterung der Verlagswebseiten wahrgenommen werden. Man denkt, als Onliner hätte man doch die Macht, fremde Webseiten nach Gutdünken zu verändern ;-)). Anders sähe ich das übrigens, wenn es um Euch als Verlag ginge, wenn es da ein streitbares Thema gäbe. Aber da hättet Ihr die Dinge mehr in der Hand und vor allem Kenntnis um die Sachlage.

  5. @Thomas Mag sein, daß ich den Begriff „Zensur“ etwas weit gespannt habe. Der gefühlte Tatbestand bleibt für mich derselbe – das „Unterdrücken“ von Informationen.Es handelt sich eher um einen wissenschaftlichen Streit. Und natürlich können wir auch grundsätzlich eine Meinung vertreten, das ist ja tägliches Brot etwa unserer Redakteure, zB in Editorials und ähnlichen Meinungsbeiträgen. Das ist nur in diesem Fall schwer bzw. wäre mir eine neutrale Mittler-/Plattformfunktion im ersten Impuls lieber gewesen.

  6. Thomas hat meinen Standpunkt dankenswerter weise deutlich gemacht. Worum es in dem von euch verlegten Buch geht, ist zweitrangig. Er ist Autor bei euch, und bei einem Autorenbuch ist es doch nur Dienst am Kunden, den Autor, auch durch Nennung seiner Website, vorzustellen.Eine Mediatorenrolle käme nur in Frage, wenn ihr euch einen direkten wirtschaftlichen oder zumindest einen werblichen Nutzen daraus ziehen könnt. Ansonsten lauft ihr Gefahr, viel Zeit in eine Sache zu investieren, die keinen Nutzen für euch hat. Wenn euch eine öffentliche Diskussion über das Thema beim Abverkauf hilft, prima. Aber dann sollte man schon mit einen eigenen Plan an die Sache herangehen und sich nicht vor den Karren anderer spannen lassen.Da wir den Hintergrund nicht genau kennen und die Glaskugel gerade in der Werkstatt ist, können wir wohl auch nicht mehr dazu sagen 🙂

  7. Tja, ich weiß, die Glaskugel 😉 Man möge mir meine nebulösen Andeutungen verzeihen. Die Verlinkung war ja auch eher der Aufhänger für die Organisation. Es geht mir hier aber auch eher ums „Prinzip“. Bzw. den Gedanken, wo diese Transparenz und Offenheit ihre klaren Grenzen haben muss (etwa, um, obwohl gut gemeint ursprünglich, das eigene Unternehmen „Schaden“ nimmt). Irgendwie predigen wir aber doch dort draussen immer: offener Umgang, mit den Leuten reden oder Rede-Plattformen (inwelcher Form auch immer) zu sein. Ich weiß nicht, in wievielen Vorträgen und Präsentationen ich zu dem Thema saß. Aber der Grundtenor war immer ein „Man kann mit den Leuten reden“.Hier (exemplarisch) war aber für uns das erste Mal ein „Gefahrenpotential“. Und mich bewegt schlicht, wie wir mit solchen Situationen umgehen müssen. Und ich gebe hier, ganz gegen meine Art (lach) auch eine gewisse Unsicherheit zu. Deswegen ist mir die Diskussion hier auch wichtig – etwa unter dem Aspekt, wie ein Unternehmen, das eben keine große Presse-/Marketing-/SocialMedia hat, schnell (heißt es ja immer) auf einen SocialMedia-Flächenbrand reagieren kann/soll.@Wibke Ich sag jetzt nicht schon wieder, daß du dich auskurieren sollst…

  8. Sagen wir mal so: Wenn ich einige Fässer Sprengstoff im Keller lagere, sehe ich auch zu, daß ich einige Sicherheitsmaßnahmen in Form von Notfallplan und Feuerlöscher habe.Das Wichtigste ist, den Brandherd identifizieren zu können, die Ursache zu kennen und um einige Grundprinzipien zu wissen. Fängt ein Pfanne mit Öl Feuer, kippe ich nicht mal rasch einen Eimer Wasser darüber. Stelle mich aber auch nicht daneben und beobachte ungerührt, wie die Flammen an den Wänden hochzüngeln. Aber das sind ja alles Binsenweisheiten und beantwortet nicht die Frage, wie man mit einem Social Media-Flächenbrand umgehen sollte. Ich möchte auch bezweifeln, daß es dafür eine Pauschallösung gibt. Klüger werden wir wohl alle werden, wenn wir uns damit mindestens einmal in der Realtität auseinandersetzen mussten.Immerhin, so meine Meinung, hilft es bereits enorm weiter, sich im Vorfeld Gedanken zu machen – so wie du es nun tust. Wäre ein gutes Thema für das nächste Treffen in Stuttgart.

  9. Während einer längeren Bahnfahrt hatte ich Zeit, über das Problem meine eigenen Gedanken zu machen. Ich werde meine Ausführungen auf die allgemeine Ebene heben. Grundsätzlich bin ich der Meinung, daß das Problem an sich nicht neu ist. Das gab es auch in der klassischen PR- und Öffentlichkeitsarbeit. Was neu ist, ist die Unmittelbarkeit durch Social Media: unmittelbare Äußerungen, unmittelbare Reaktionen etc. Steuern kann man es nicht, aber entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Zunächst einmal: derjenige, der die Plattform betreibt, ist der Hausherr. Er bestimmt die Regeln. Als allgemeiner Konsens können Höflichkeit, Respekt, Anstand, angemessener Ton gelten. Wenn es doch einmal zu Streitigkeiten kommt, dann ist Sachlichkeit das oberste (und schwierigste) Gebot. Annahme des Gegenargumentes, signalisieren, daß man denjenígen mit seinem Anliegen wahrgenommen hat. Auf die Forderungen soweit eingehen, wie es Sachlichkeit, Höflichkeit und die eigenen Regeln es zulassen. Bei überemotionalen und überschlagenden Äußerungen, die oft auch der Schnelligkeit und Unmittelbarkeit der Reaktionen im Social Web geschuldet sind, die Diskussion verlangsamen, damit sich die Gemüter abkühlen können. Sollte es gar nicht mehr gehen, ganz klar die Stopp-Karte ziehen. Ich denke, wenn man solche Vorgehensweisen klar äußert (und dadurch auch Transparenz gewährleistet ist), könnte vielleicht manche Diskussion gerettet werden. Zumindest denke ich mir das so. In der Realität kann das natürlich ganz anders aussehen.

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